Das einzige Öl, das mit einem kroatischen Bikini zusammen-passt, ist Olivenöl

*** VICTORY! 22 January 2016 The new Croatian government announced a cessation of any further plans to drill for hydrocarbons in the Adriatic.

Der Vollständigkeit halber sei noch Folgendes erwähnt: Nachdem ich diesen Beitrag im Dezember 2014 geschrieben habe und er im Internet einen Riesenerfolg landete (allein in der englischen Originalversion wurde er 125.000 mal gelesen), wurde ich gebeten, bei der Clean Adriatic Sea Alliance mitzumachen, und so bin ich dort inzwischen als Chief Strategy Officer (Strategieleiterin) tätig.

17.03.2015 http://www.croatia-split.com/blog/what-s-happening/adriatic-drilling-casa-replies-to-oil-agency-boss-barbara-doric.html

On the morning of 29 July it was announced that Marathon Oil had returned 7 of the 10 concessions for drilling for hydrocarbons in the Adriatichad been returned to the Croatian government.

The original English version can be found here. 

Alle Links im folgenden Artikel wurden GANZ BEWUSST ausgewählt, weil sie weitere Informationen und Möglichkeiten zum Mitmachen bieten. ICH BITTE EUCH GANZ INSTÄNDIG, vor dem 16. Februar ZU HANDELN! (dazu bitte weiterlesen)

Wenn euch Meere und Ozeane, sauberes Wasser für alle, erneuerbare Energien, Umwelt, Kroatiens Kulturerbe, Strandurlaube, Wassersport, Segeln, Meeresfrüchte und Fisch, die kroatische (oder italienische) Adria am Herzen liegen wie auch die Lebensqualität, die auf harmonischer Koexistenz mit unserem Planeten, anstatt auf Geldgier und Verstößen basiert, dann ist dieser am Jahresende geschriebene Beitrag (ursprüngliche Version vom 30.12.2014) für euch! Er ist zweifelsfrei lang, keine Frage. Bitte teilt diesen Artikel in den sozialen Medien (momentan wird er in mehrere Sprachen übersetzt). Ich danke all meinen Lesern für ein großartiges Jahr. Sretna Nova Godina! Frohes neues Jahr!

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Ich denke an die Konsequenzen – immer (auch jetzt: wie viele Leute werde ich wohl auf welche Weise verärgern, indem ich das hier schreibe). Ich bin keine Unternehmensberaterin für Szenarienplanung (obwohl ich dazu ganz sicher imstande wäre). Ich sehe manchmal Zusammenhänge auf eine Art, die die meisten Menschen, während sie durch ihr Leben rasen, gar nicht in Betracht ziehen. Was mich antreibt, muss für das Allgemeinwohl sein, und damit ich JA sage, müssen mein Herz und mein Verstand eine perfekte Balance finden! Viele Dinge entfachen meine Leidenschaft und Kompetenz, aber um mich wirklich einzumischen, erfordert es immer Integrität und Authentizität. Dieser Artikel handelt von einem Mengendiagramm, das sich aus der Konvergenz zwischen der kroatischen Wirtschaft und der kroatischen Umwelt ergibt und davon, Manipulation von EU-Bestimmungen verheerende und weitreichende Auswirkungen hat. Er handelt von Kurzsichtigkeit, von augenblicklicher Bereicherung einzelner Individuen und davon, wie deren Habgier – falls nur eine Kleinigkeit schrecklich schiefgehen sollte – einen der größten Schätze der Welt von unversehrt historischem, ökologischem und ökonomischem Wert und die Lebensgrundlage der Menschen, die seit Jahrtausenden von der Adria abhängen, zerstören wird. Dieser Blogeintrag handelt davon, wie man mit eurer Hilfe (bitte, bitte unterzeichnet die Petition und leitet sie weiter an eure Freunde) einen Weg zurück finden und die Dinge für uns alle einerseits so belassen kann, wie es das Kroatische Fremdenverkehrsamt in seinem englischen Werbeslogan ausdrückt: “Das Mittelmeer, wie es einst war“, aber gleichzeitig die wirtschaftliche Situation für die Kroaten verbessern könnte.

Der Travel Channel verweist auf Kroatische Bikinis (im Englischen bedeutet ein „kroatischer Bikini“ textilfrei) und auf Klippensprünge und wenn jeder nur einmal die Freiheit genießen möchte, auf einem perfekt goldenen Sand zu liegen und in einem Meer zu schwimmen, dessen Farbschattierungen von Kobaltblau bis Aquamarin reichen – und Anthony Bourdain dann noch über das Essen spricht und davon, wie schön es hier ist – nun, dann kann man einen Anstieg an Touristenzahlen erwarten. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass der Einfluss des Tourismus enorm ist und dass er wohl zu den größten Marktsegmenten gehört, die in Kroatien gefördert werden sollten. Und doch scheint die rechte Hand hier nicht zu wissen, was die linke gerade macht (nicht nur in Kroatien), sonst hätte man die Pläne zur Öl- und Gasförderung geblockt. Stimmen sich die kroatischen Minister in ihren Kabinettsitzungen eigentlich ab?

Ich bin in Kroatien, weil ich herausfinden will, ob ich es zu meinem ständigen Wohnsitz machen kann. (Nachdem ich jetzt – nicht sehr glücklich – zurück in den USA bin, habe ich tatsächlich eine Bleibe in Kroatien gefunden). Ich bin jetzt zwar mitten im Winter hier, aber auch ich bin hauptsächlich deswegen hier, weil mich die Adria angezogen hat, genau wie die anderen 11,5 Millionen Menschen, die im Sommer 2012 hierher kamen. Um das ins rechte Licht zu rücken: ein schmaler Landstrich wie Dalmatien beherbergt in den drei Monaten zwischen Juni und August fast das 4-Fache der gesamten kroatischen Bevölkerung.

(Die Hervorhebungen im Folgenden sind von mir).

Auf der ersten Seite des Reiseführers Lonely Planet steht in Bezug auf kroatische Musikfestivals:

“Die kroatische Musikszene floriert und lässt jeden Sommer neue aufregende Events entstehen. Eine herrliche natürliche Kulisse mit idyllischen Stränden, Seen, Wiesen und Waldlichtungen für unzählige begeisterte Festivalbesucher ist so gut wie garantiert“.

Auf der Landing Page des Rough-Reiseführers findet man zu den besten Küstenabschnitten in Kroatien Folgendes:

“Wenn es um die Strände Kroatiens geht, dann ist die beste Empfehlung, immer weiter Richtung Süden zu ziehen: denn die besten und verführerischsten Sandufer, kieseligen Grotten und sonnenverwöhnte Felsen findet man an der Dalmatinischen Küste. In der Tat befinden sich alle Strände, die es auf unsere Liste geschafft haben, in Dalmatien, außer einem einzigen (auf der bezaubernd sandigen Insel Susak in der Kvarner Bucht). Eine umfangreiche Sammlung an anderen schwindelerregenden Destinationen wurde aus einem einfachen Grund nicht auf die Liste genommen und zwar wegen der Erreichbarkeit: solche Inseln wie Korčula, Vis und Šolta rühmen sich mit einer großen Anzahl an himmlischen Buchten (…)“

Kroatien wurde von Fodor`s als die Nummer 1 der Reiseziele genannt, die sich auf dem Vormarsch befinden. Der Wert des Tourismus für die kroatische Wirtschaft ist (wie viele andere Dinge hier) Gegenstand statistischer Angaben, die stark variieren können – gemäß EU sind es 15%, während die Einheimischen ihn auf gar 40% des gesamten Jahresbudgets Kroatiens schätzen. Darko Lorencin, Kroatiens Tourismusminister, sagte, dass die ersten sechs Monate des Jahres 2014 etwa 2,12 Milliarden Euro eingebracht haben, was 2,2% höher ist als im gleichen Zeitraum des Vojahres. Schätzungen zufolge verdankt die kroatische Wirtschaft 69% ihres Einkommens der Dienstleistungsbranche, also etwa der Vermietung von Segelbooten, dem Verkauf in Bars und Restaurants (die z.B. diverse Fische und Meeresfrüchte aus dem kristallklaren Wasser anbieten) und natürlich denjenigen, die sich um frische Bettbezüge und Handtücher kümmern. Wenn man der gleich auf der Eingangsseite zu findenden Aussage der Weltbank zu Kroatiens Wirtschaft Glauben schenken darf, dann gilt:

DSCN9906

Kanal von Drvenik, kroatische Adria, Ausblick aus meinem Fenster am 30. Dezember 2014, hier bin ichdahin bin ich geschwommen in den letzten zwei Monaten geschwommen.

Kroatien ist ein ökologisches Juwel in Europa: 47% der Land-und 39% der Meeresfläche sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Kroatien kann sich mit 19 National- und Naturparks rühmen, darunter mehrere, wie etwa der Nationalpark „Plitvicer Seen“, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurden. Die Schönheit der kroatischen Natur zieht jedes Jahr Millionen Touristen in ihren Bann und ermöglicht Einnahmen aus dem Tourismus, die 15% des gesamten Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Die Erhaltung der Umwelt steht ganz oben auf der Entwicklungsagenda und war eine der Anforderungen bei der Aufnahme in die Europäische Union.“

BP over Adriatic

This map, provided by Richard West, shows the scope of the BP Gulf Oil Spill, aka Deepwater Horizon spill, as overlaid against the Adriatic; it wouldn’t ‘just be’ Croatia impacted but also Italy, Slovenia, Montenegro and Albania.

Nachdem ich nun zwei Monate immer wieder in diesem makellosen Wasser geschwommen bin, ist der Kampf für eine saubere Adria etwas SEHR PERSÖNLICHES für mich geworden! Wie zum Teufel kann man bloß glauben, dass Erdöl- und Erdgasbohrungen in diesen Gewässern eine gute Idee sein könnten? Auch wenn eine der 10 Ölplattformen, die kürzlich eine Bohrlizenz für die kroatischen Gewässer erhielten, keine Umweltkatastrophe in dem von der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko verursachten Ausmaß bewirkt (ich wünschte, jemand würde die links gezeigte Karte mit einer ähnlichen Adriakarte überdecken, um aufzuzeigen, was passieren könnte), so wären die Folgen eines viel kleineren Vorfalls auf die sich entwickelnde Filmindustrie (Game of Thrones et al), auf den Tourismus, die Fischerei (die Eurostatzahlen für 2013 beziffern den Exportwert auf 115,2 Mio. Euro), auf archäologische Stätten  (am Meeresgrund) und auf die Kultur, und auch auf den Erhalt der seltenen Delphine, katastrophal – ganz zu schweigen von den Folgen für etwa 50 % der kroatischen Bevölkerung, deren Lebensgrundlage die Adria ist. Welch gravierende Folgen dies hätte, begriff ich erst (am 8. Februar), als ich auf den kompetenten und klugen Nenad Duplančić stieß, einen international anerkannten und höchst gebildeten kroatischen Experten. Falls ihr Kroatisch versteht, dann lest den Post von Dignitea Hvar in eurer Muttersprache, ansonsten verwendet bitte unbedingt ein Übersetzungstool, um die Wichtigkeit seiner Kommentare über die geplanten Bohrungen in der Adria besser zu verstehen.

Für den Rest von euch sei hier nur kurz gesagt, dass neue Bohrinseln in einigen Teilen der USA seit 1969 verboten sind, sodass man langsam versteht, warum internationale Ölkonzerne (um Unternehmensgewinne und Gehälter aufrechtzuerhalten) den Blick auf ärmere Länder richten (die Arbeitslosenquote liegt in Kroatien bei über 23%), um diese auszubeuten und zu zerstören.

Barbara Doric

Barbara Dorić – vielleicht sollte jemand ihre Bankkonten überprüfen?

So wie ich es sehe, sollten folgende Minister der kroatischen Regierung genau das mit jeder Faser ihres kollektiven Körpers bekämpfen: die Kulturministerin, Ministarstvo kulture, Andrea Zlatar, der Wirtschaftsminister, Ministarstvo gospodarstva, Ivan Vrdoljak, (der stattdessen auf Wellen-, Wind- und Solartechnologien schauen und die petrochemische Energie komplett verwerfen sollte, weil diese, wie N. Duplančić aufzeigt, kurz vor ihrem logischen Aus steht), der Minister für Umwelt- und Naturschutz  Ministarstvo zaštite okoliša i prirode, Mihael Zmajlović, der Minister für marine Angelegenheiten, Transport und InfrastrukturMinistarstvo pomorstva, prometa i infrastrukture (MPPI) der Republik Kroatien, Siniša Hajdaš Dončić, der Landwirtschaftsminister, Ministarstvo poljoprivrede, Tihomir Jakovina und selbstverständlich der TourismusministerMinistarstvo turizma oder MINT, Darko Lorencin. Fragt euch doch einmal, warum ein Unternehmen, das auf der italienischen Seite der Adria von der Erdölsuche ausgeschlossen ist, von Barbara Doric, der Vorsitzenden des Kroatischen Kohlenwasserstoffamtes, die Genehmigung dafür bekommt. (Ehrlich gesagt, sollte man ihr für ihre Rolle in diesem ganzen Debakel die Staatsbürgerschaft entziehen und sie dann auf einen sehr dreckigen Strand verbannen). Die Kroaten sind kaum gleichgültig gegenüber der Schönheit und dem Leben, das ihnen ihre Umgebung bietet – oft genug hört man von ihnen den Satz: „Wer kann das hier schon bezahlen?“ und dabei mit einer ausladenden Geste ihrer Arme auf den Anblick, den Promenaden und die Adria bieten, deuten. Verstehen die Italiener vielleicht besser, was alles auf dem Spiel steht?

Saudi-Arabien manipuliert die Märkte, um den Preis des Rohöls künstlich niedrig zu halten und damit croatia nudedie weitere Entwicklung und Ausbreitung von erneuerbaren Energien zu verhindern. Und angesichts der bekannten Gefahren beim Fracking bei der Gewinnung von Erdgas sollte es eigentlich jedem klar sein, dass die petrochemische Industrie nichts in der Nähe eines kroatischen Bikinis zu suchen hat.

Kroatien ist nicht mein Land, dennoch empört mich das Ganze zutiefst und ich hoffe, ihr alle, die das hier lest, seid es auch. Haben die Gier und der unersättliche Konsum von Erdöl und Erdgas nicht schon genug Zerstörung und Krieg mit sich gebracht? Klimaforschern zufolge wird der Anstieg des Meeresspiegels bald ganze Gemeinschaften in Küstenregionen auslöschen. Hallo? Hat sich irgendjemand mal angeschaut, wie viele Einwohner Kroatiens auf Höhe des Meeresspiegels leben? In Europa rechnet man damit, dass die Klimaveränderungen die regionalen Unterschiede im Hinblick auf natürliche Ressourcen und Vermögen vergrößern werden. Die negativen Auswirkungen werden unter anderem sein: ein höheres Risiko von Sturzfluten im Inland und eine erhöhte Anzahl von Überschwemmungen in Küstenregionen, verstärkte Erosion (als Folge von Gewittern und des Meeresspiegelanstiegs). Außerdem wird vorhergesagt, dass Regionen, die ohnehin schon mit Klimaschwankungen (hohe Temperaturen und Dürre) zu kämpfen haben, noch stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein werden. Darüber hinaus wird durch den Klimawandel die Ressource Wasser knapp und es wird zu negativen Folgen für die Hydroenergie, den Sommertourismus und im Allgemeinen für die landwirtschaftliche Produktivität kommen.

oil croatia

Quelle: Croatia Week online magazine

Das muss aufhören – und zwar jetzt. Am 16. Februar endet die Frist zur Abgabe von öffentlichen Kommentaren, die an die kroatische Regierung gerichtet werden können, hier findet ihr das Formular zum Ausfüllen. Es wurde sorgfältig ins Englische übersetzt, sodass UNABHÄNGIG DAVON WO IHR LEBT, auch Nicht-Kroaten, die sich um unsere Meere sorgen, einen Kommentar abgeben können. Und bitte, macht mit! Wie ihr euch vorstellen könnt, wird dieser Kampf in rechtlicher Hinsicht sicherlich teuer werden, also helft mit, dieses „Schwergewicht zu stemmen“, indem ihr einen kleinen Beitrag zur Initiative „Clean Adriatic Sea Alliance“ beisteuert.

Kroaten haben eine echte Chance, einen Weltstandard in Sachen „sauberer Energie“ im Einklang mit dem Rest ihrer Wirtschaft zu setzen. Aber es bedarf vieler mutiger Menschen weltweit, die sagen: „NICHT HIER, NICHT JETZT, NIEMALS!“, um die Bohrlöcher und die zehn Plattformen zu verhindern. Seid ihr dabei?

Falls euch mein Blog gefällt, dürft ihr mir gern „ eine Tasse Tee kaufen“ (in eurer Währung via PayPal an livelikeadog@gmail.com) und bitte teilt den Blog mit euren Freunden auf Facebook, Google+, Twitter – ich bin @TeresaFritschi. Um mein Buch zu bestellen, klickt bitte auf das Buchcover unten, danke!

AllThatINeedbizcardartfront

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3 thoughts on “Das einzige Öl, das mit einem kroatischen Bikini zusammen-passt, ist Olivenöl

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  2. Pingback: クロアチアビキニに合う油はオリーブオイルだけ![The only oil that goes with a Croatian bikini is olive! in Japanese] | teresafritschi

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